Sie schreibt, sie schreibt nicht, sie schreibt... ?
Bei Judith Hermann weiß man das nicht so genau. Sie weiß es selbst nicht.
Judith Hermann
( *1970 Berlin-Tempelhof)
„Schriftstellerin bin ich nur, wenn ich schreibe. Zwischen den Büchern bin ich - etwas anderes“ wird sie 2010 von der Berliner Zeitung zitiert.
Seit ihrem Debüt „Sommerhaus später“ 1998 hat sie drei Erzählbände veröffentlicht – ein recht schmales Werk. Trotzdem hat sie es geschafft, als Stimme einer Generation betitelt zu werden. Doch die Aufmerksamkeit für ihre Person und ihre Geschichten ließ nach, die Folgewerke wurden sehr viel kritischer betrachtet als das Debüt.
Was war der Haken? „Eigentlich“, sagt Judith Hermann 2003 im Interview der FAZ, „kam der Ruhm zu schnell“.
Da tauchte dieser schmale Erzählband auf, der zunächst gar nicht so sehr wahrgenommen wurde.
Erst als ihn das „Literarische Quartett“ in den Himmel lobte, wurde er von der breiten Öffentlichkeit entdeckt.
Was noch entdeckt wurde, war das Foto der Autorin auf dem Buchumschlag:
Das Foto, welches die Autorin im Halbschatten zeigt, wie sie mit schweren Lidern gedankenvoll in die Kamera blickt, die glatten langen Haare zu einem klassischen Dutt zurückgebunden, das Gesicht gebettet auf einem breiten Pelzkragen. Das Zimmer liegt im Dunkel, zwei helle Fenster umrahmen die junge Frau.
Im "Literarischen Quartett" sagt Andrea Köhler: „Ganz wunderbare Geschichten, erzählt wie mit halbgeschlossenen Lidern“ und öffnet damit der Identifikation der Autorin mit ihren Geschichten Tür und Tor.
Auch Judith Hermann entgegnet auf die Frage, ob Sonja, eine ihrer Figuren, ein Selbstporträt sei: „Sicher ist sie Selbstporträt, aber auch so etwas wie ein gewünschtes Selbstporträt.“
Doch schon bei der Veröffentlichung ihres zweiten Werkes ‚Nichts als Gespenster’ klingt das ganz anders: „Ich hatte [...] genug davon, dass meine Person als Projektionsfläche vereinnahmt wird“, gibt Hermann in einem Interview der TAZ zu.
Claudia Voigt resümiert dazu im Spiegel : „Mit dem berühmten Kunstgeschöpf Judith Hermann musste sie trotzdem leben“.
Dieses Kunstgeschöpf wollte Judith Hermann in ihrem dritten Werk ‚Alice’ 11 Jahre nach dem Debüterfolg 1998 endgültig ablegen: Das Umschlagfoto ist sehr einfach, eine Frau mit ruhigem Lächeln, zurückgesteckten Haaren und einer schlichten Karobluse. Das Bild hat nichts mehr gemein mit der verträumten Melancholikerin.
Die Geschichten schon. Sie sind länger, sie haben eine gleichnamige Hauptfigur, mit der Todesthematik wagt sich die Autorin an ein ernsteres Thema - doch wieder ist es nicht der von Kritikern herbeigesehnte Roman.
Seit der Veröffentlichung 2009 ist es wieder still um die Schriftstellerin. Wenn sie momentan überhaupt Schriftstellerin ist. Oder etwas anderes. Denn man fragt sich: Schreibt sie, schreibt sie nicht, schreibt sie ...?“
Bei Judith Hermann weiß man das nicht so genau. Sie weiß es selbst nicht.
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| Foto: Ordu Oğuz CC-BY-SA-2.5 |
( *1970 Berlin-Tempelhof)
„Schriftstellerin bin ich nur, wenn ich schreibe. Zwischen den Büchern bin ich - etwas anderes“ wird sie 2010 von der Berliner Zeitung zitiert.
Seit ihrem Debüt „Sommerhaus später“ 1998 hat sie drei Erzählbände veröffentlicht – ein recht schmales Werk. Trotzdem hat sie es geschafft, als Stimme einer Generation betitelt zu werden. Doch die Aufmerksamkeit für ihre Person und ihre Geschichten ließ nach, die Folgewerke wurden sehr viel kritischer betrachtet als das Debüt.
Was war der Haken? „Eigentlich“, sagt Judith Hermann 2003 im Interview der FAZ, „kam der Ruhm zu schnell“.
Da tauchte dieser schmale Erzählband auf, der zunächst gar nicht so sehr wahrgenommen wurde.
Erst als ihn das „Literarische Quartett“ in den Himmel lobte, wurde er von der breiten Öffentlichkeit entdeckt.
Im "Literarischen Quartett" sagt Andrea Köhler: „Ganz wunderbare Geschichten, erzählt wie mit halbgeschlossenen Lidern“ und öffnet damit der Identifikation der Autorin mit ihren Geschichten Tür und Tor.
Auch Judith Hermann entgegnet auf die Frage, ob Sonja, eine ihrer Figuren, ein Selbstporträt sei: „Sicher ist sie Selbstporträt, aber auch so etwas wie ein gewünschtes Selbstporträt.“
Doch schon bei der Veröffentlichung ihres zweiten Werkes ‚Nichts als Gespenster’ klingt das ganz anders: „Ich hatte [...] genug davon, dass meine Person als Projektionsfläche vereinnahmt wird“, gibt Hermann in einem Interview der TAZ zu.
Claudia Voigt resümiert dazu im Spiegel : „Mit dem berühmten Kunstgeschöpf Judith Hermann musste sie trotzdem leben“.
Dieses Kunstgeschöpf wollte Judith Hermann in ihrem dritten Werk ‚Alice’ 11 Jahre nach dem Debüterfolg 1998 endgültig ablegen: Das Umschlagfoto ist sehr einfach, eine Frau mit ruhigem Lächeln, zurückgesteckten Haaren und einer schlichten Karobluse. Das Bild hat nichts mehr gemein mit der verträumten Melancholikerin.
Die Geschichten schon. Sie sind länger, sie haben eine gleichnamige Hauptfigur, mit der Todesthematik wagt sich die Autorin an ein ernsteres Thema - doch wieder ist es nicht der von Kritikern herbeigesehnte Roman.
Seit der Veröffentlichung 2009 ist es wieder still um die Schriftstellerin. Wenn sie momentan überhaupt Schriftstellerin ist. Oder etwas anderes. Denn man fragt sich: Schreibt sie, schreibt sie nicht, schreibt sie ...?“






