(Ein Experiment von 2008)1. Szene
2. Szene
3. Szene
4. Szene
Jonny in der Damentoilette, auf das Waschbecken aufgestützt.
Der Chor unsichtbar, flüsternd:
Es kam einmal einer, der sagte, er wär‘ glücklich. /
Zu schnell zu hell zu grell. /
Trägst du dein rotes Kleid, Liebste? /
Trägst du ein Lächeln? /
Ein Lächeln steht dir gut. /
Es kam einmal einer, der sagte, er wär‘ glücklich. /
Hat ihm jemand geglaubt?
Jonny: Stimmen aus dem Spiegel? Wieso Stimmen? Wieso ein Chor? Was soll das hier?
Der Chor: Eine Tragödie, meine Liebe, eine Tragödie.
Jonny: Werd‘ ich verrückt?
Der Chor:
Du siehst klarer als je zuvor. /
Stellt sie ab, die Stimmen, stellt sie ab. /
Wir ergreifen das Wort, wenn man uns hört. /
Man hört uns nicht oft, man will uns nicht hören. /
Kein Ausweg für dich.
Jonny: Aber Erkenntnis.
Der Chor:
Kennst du die Nächte, die nicht vergehen? /
Du schmeckst das Salz und wünschst dich ans Meer. /
Das Meer – mehr. /
Es hört nicht auf.
Jonny: ‚Unter Wasser kann man nicht schreien‘. Ich kann nicht atmen, in diesen Momenten. Ich ersticke, ich schmecke das Salz.
Der Chor:
Wir holen dich ab, heute Nacht. /
Zum letzten Mal die Zweifel. /
Sei erleichtert, meine Liebe, alles ist absehbar. /
Es kam einmal einer, der sagte, er wär‘ glücklich.
Jonny: Was ist mit ihm passiert?
Der Chor: Das weißt du nicht?
Jonny: Ich wusste es, wusste es immer und doch –
Habe mich weggeworfen, als wäre ich nichts wert.
Habe mich verloren und nicht wiedergefunden
Der Dreck geht nicht mehr ab. Das Meer hilft mir nichts.
Der Chor: Mehr.
Jonny: Weiter, weiter.
Der Chor:
Die Ausweglosigkeit. /
Ihr Körper windet sich, sie kann sich fühlen. /
Erweiterte Sinne. /
Ihre Lippen so feucht, so unverbraucht. /
Und ihr Schritt könnte so federnd sein, wenn sie’s nicht besser wüsste.
Jonny: Meint ihr mich?
Der Chor: Es kam einmal einer, der sagte, er wär‘ glücklich.
Jonny: Ich seh‘ so klar, wie nie zuvor.
Der Chor: Unter Wasser kann man nicht schreien.
Jonny: Weiter, weiter.

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