Freitag, 9. September 2011

Nadaville-Lesung: „Tochter von“ / Vernissage: „Die Traurigkeit einer jungen Frau – ach ne, doch nicht“

... zusammen mit Drinks und Musik.


Auf dem Arbeitsmarkt herrscht Chancengleichheit. Also, mehr oder weniger. Klar, Sie haben ein tolles Zeugnis und großartige Referenzen. Aber die Tochter des Vorstands suchte nunmal gerade einen Job, um die Monate nach dem Abi zu überbrücken, und Sie müssen schon verstehen, dass das Mädchen für diese Position geeigneter ist. Wir wünschen Ihnen auf Ihrem zukünftigen Weg viel Glück.













Wozu also den beschwerlichen Weg aus Schule, Studium, Praktika, Neben- und Ausbeuterjobs gehen, wenn es auch mit Mama, Papa und einem gut situierten Gatten geht?
Das Nadaville-Duo Katrin Baumer (selbst Tochter) und Jessica Riccò (Erfahrungen im Tochter-Sein finden sich auch in ihrer Biographie) nimmt sich heute dem Phänomen der höheren Töchter an und liest Geschichten von hauptberuflichen Erben und angeheiratetem Reichtum. Dazu nehmen sie als Gast Saskia Kalis (ebenfalls Tochter ihrer Eltern) mit ins Boot. (www.nadaville.de)













Parallel stellen die drei Künstler Michaela Herzog, Valentina Eppich und Fabian Bross aktuelle Werke aus. „Die Traurigkeit einer jungen Frau – ach ne, doch nicht“ ist ein Blick auf drei Künstler, die erst beim zweiten Hinsehen zusammenpassen. Bei allen Unterschieden eint sie der Hang zur Darstellung von konkreten Figuren, Landschaften und Situationen. Die Kombinationen dieser Aspekte lassen die Arbeiten ins Abstrakte driften und rufen im Betrachter eine Nachdenklichkeit hervor, die durch das Zusammenspiel der dargestellten Objekte häufig ins Schmunzeln verkehrt wird.

Hochadel, Neureiche und Fußvolk sind herzlich eingeladen.

Am: Donnerstag, 15.09.11
Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20.00 Uhr

Im: Provisorium
Lindwurmstraße 37
München

Eintritt: 5 Euro, Studenten: 3,50 Euro


Die Literaten:

Katrin Baumer absolvierte 2007/2008 den Manuskriptumkurs der LMU-München und ist seitdem in der Münchner Literatur- und Lesungsszene unterwegs. In ihrer Freizeit hält sie die Welt in Worten oder Bildern/Cartoons fest und tobt sich mit der Erzählerfigur Erica auf den Blogs „schreibende Mädchen“ und „Remember Lalaland“ aus.

Saskia Kalis unterrichtet als Gymnasiallehrerin jetzige und kommende Schülergenerationen unter anderem in der hohen Kunst der Gedichtanalyse. Gedichte schreibt sie in ihrer zweiten Identität als Privatperson neben Kurzgeschichten auch selbst und das, seit sie fünf ist - wobei es damals eher krakelige Wortfetzen waren.

Jessica Riccò ist bombenpreussisch, kommt aus Südtirol, spricht aber akzentfrei und das sogar fünfsprachig. Wenn sie damit nicht gerade angibt, spielt sie Klavier und Mundharmonika, besteigt einen Berg und arbeitet in einer Münchner Agentur. Manchmal liest sie auch "fremd" - etwa mit Daniel Jaakov Kühn und der Lesung "Du darfst Sie zu mir sagen".

Die Künstler:

Fabian Bross: Seine Kollagen recyclen Kunst zu Kunst, die als Versatzstücke in fotographische Momentaufnahmen integriert werden. Daneben zeigt Bross in kleinen Fotosammlungen, was im Alltag oft untergeht: Die kleinen Dinge des Lebens, an denen wir täglich vorübergehen, meist ohne ihnen Beachtung zu schenken. Fabian Bross studiert Sprachwissenschaft in München und gehört zu den Gründern der Literaturzeitschrift „Das Prinzip der sparsamsten Erklärung“.

Valentina Eppich: Ihre Zeichnungen und ihre in ausdrucksstarken Farben gearbeiteten Gemälde zeigen Menschen in Ausnahmesituationen. Letztere sind geprägt von zahlreichen Farbschichten, die immer wieder übermalt wurden. Valentina Eppich studiert Englische Literatur in München.

Michaela Herzog: Neben ihren abstrakten Holzstiftzeichnungen zeigt sie Zeichnungen von Menschen in Alltagssituationen, die die Rechtshänderin mit links anfertigt. Michaela Herzog studiert Kunstpädogik auf Magister in München.

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