Einmal noch dort sein.
Einmal noch sich die Lippe blutig schlagen an der Sektflasche und den Berg hochkriechen im Schnee mit hohen Hacken, es ist so rutschig und unsere Stumpfhosen saugen sich mit Wasser voll, wir robben auf den Knien nach oben, die hohen Absätze finden keinen Halt im Schnee.
Aber dann, dann richten wir uns auf mit Plastikbechern voll Sekt in den Händen, voll Glück.
Das ist die Zeit zwischen den Jahren, die letzten Sekunden, die, obwohl du atemlos zählst, so zeitlos scheinen und die Vorfreude, die Erwartung auf das neue Jahr mit der Erinnerung an das Vergangene mischen.
Desillusionierung – ein bisschen älter sind wir, erschöpfter, ein bisschen trauriger - und wir zünden uns Zigaretten an, die ersten im neuen Jahr, die letzten im Alten, während der Himmel um uns explodiert, zischend und knallend, Sternenregen über uns, Wunderkerzen zwischen unseren Fingern, wir zeichnen leuchtende Worte in die eiskalte Luft.
Keine Vorsätze mehr, höchstens alles besser machen, aber mit dem Wissen, dass das ja schon der Vorsatz vom letzten Jahr gewesen ist. Trotzdem so viele Fehler, so viel Wut und doch Augenblicke ungetrübten Glücks wie jetzt, wenn die Nacht in Farben glüht.
Ach könnten wir nur unsere Mäntel zu Netzen formen und den Goldregen auffangen, der da um uns herunter fällt oder könnten wir bleiben, einfach nur, hier und immer und dieser eine Moment, festgehalten und ungetrübt, „Moment, nächstes Jahr wieder, versprochen“, dabei wissen wir doch, dass es leere Worte sind, weil wir nicht wissen, was sein wird und wer wir dann sind.
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I love it! Like I love you, my dear... Happy new year! Deine Muse
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